Blitzpool erklärt: Alle Mining-Modi im Überblick – Solo, PPLNS, Group-Solo und Blockparty

20. September 2026  |  Patrick Schelbert  |  Lesezeit 20m

Bitaxe-Miner vor einem Solarpanel – ein typisches Heim-Mining-Gerät für den Blitzpool

Solo-Mining mit einem Bitaxe, einem NerdQAxe oder einem Avalon ist für viele der Einstieg ins Bitcoin-Mining. Ein Schweizer Pool, der in dieser Szene immer öfter auftaucht, ist der Blitzpool von yourdevice.ch. Er bietet nicht nur klassisches Solo-Mining an, sondern gleich vier Modi: Solo, PPLNS, Group-Solo und Blockparty. Dazu kommen Stratum V2 mit Job Declaration und die Möglichkeit, Hashrate per Lightning zu mieten.

In diesem Artikel gehe ich alle Modi der Reihe nach durch: wie sie funktionieren, was sie kosten und für wen sie sich eignen. Dazu ordne ich ehrlich ein, was du realistisch erwarten kannst – denn bei kleiner Hashrate entscheidet am Ende nicht der Pool über deinen Erfolg, sondern die Mathematik. Grundlage sind die Dokumentation des Pools, der Quellcode auf GitHub und die öffentlichen Live-Statistiken, alles mit Stand 20. September 2026. Gebühren, Ports und Zahlen können sich ändern – prüfe sie vor dem Start auf der Pool-Seite.

Das Wichtigste in Kürze

  • Blitzpool ist ein quelloffener Bitcoin-Pool aus der Schweiz. In jedem Modus wird deine Auszahlung direkt in die Coinbase-Transaktion des gefundenen Blocks geschrieben – es gibt kein Guthaben, das der Pool für dich verwaltet.
  • Vier Modi: Solo (gratis), PPLNS (1 %), Group-Solo (1,5 %) und Blockparty (1,5 %).
  • Kein Konto nötig: Deine Bitcoin-Adresse ist dein Benutzername.
  • Ehrlich gesagt: Mit einem Bitaxe oder NerdQAxe bleibt jeder Modus ein Lotterielos. Kein Pool verändert deine Chance pro Hash – die Modi unterscheiden sich darin, wie ein Treffer verteilt wird.

Was ist Blitzpool?

Blitzpool ist ein Bitcoin-Mining-Pool aus der Schweiz, betrieben von yourdevice.ch. Er läuft gegen eine eigene Bitcoin-Core-Node (aktuell Version 31.0.0), der Server ist quelloffen. Die Wurzeln liegen bei Public Pool, dem Solo-Pool-Server von Benjamin Wilson: Das GitHub-Projekt von Blitzpool entstand im Mai 2025 als Fork davon (Node.js/TypeScript). Im Sommer 2026 wurde der Server komplett in Rust neu gebaut. Das neue Repository ist vom 23. Juni 2026, die alte Version ist archiviert, aktuell läuft Server v2.3.5 (Release vom 10. September 2026) unter der Lizenz AGPL-3.0.

Der Pool ist klein – und das ist wichtig für die Einordnung weiter unten. Die öffentliche API des Pools zeigt am 20. September 2026:

  • rund 800 Geräte (796) mit zusammen etwa 1,6 bis 1,9 PH/s (die Startseite nennt 1,6, die Summe der Geräte liegt bei 1,85);
  • zum Vergleich das Bitcoin-Netzwerk: 844,7 EH/s, Difficulty 132,76 T, Blockhöhe 967'841 – der ganze Pool macht also rund 0,0002 % des Netzwerks aus;
  • ein Gerätemix aus Heim-Minern: rund 340 Bitaxe (davon etwa 28 % über Stratum V2), rund 70 NerdQAxe++ (etwa 37 % über SV2), 167 winzige „Lotterie-Miner“ (NMMiner, NerdMiner) mit jeweils weniger als 1 MH/s sowie kleinere Zahlen an NerdAxe, NerdOCTAXE-γ, cgminer- und Antminer-Geräten;
  • die Statistik weist aktuell 0 gefundene Blöcke aus – warum das nicht überrascht, siehst du im Abschnitt zu den Chancen.

Der Kern: Auszahlung direkt im Block

Jeder Bitcoin-Block beginnt mit einer speziellen Transaktion, der Coinbase-Transaktion. Sie schöpft die neuen Bitcoin – aktuell 3,125 BTC Blocksubvention plus die Transaktionsgebühren des Blocks – und legt fest, an welche Adressen sie gehen. Bei einem klassischen Pool zeigt diese Transaktion auf die Adresse des Pools. Der Pool schreibt dir deinen Anteil auf einem internen Konto gut und zahlt erst aus, wenn ein Schwellenwert erreicht ist. Bis dahin liegen deine Sats beim Betreiber.

Blitzpool macht es anders: In allen vier Modi steht deine Auszahlung direkt in der Coinbase-Transaktion des Blocks, der sie verdient hat. Der Pool erhält nur seine Gebühr als eigenen Output. Daraus folgt:

  • Es gibt kein Pool-Konto, kein Guthaben und nichts abzuheben.
  • Deine Sats landen in derselben Transaktion und derselben Bestätigung auf deiner Adresse – ohne Wartefrist.
  • Verschwindet der Betreiber, verlierst du kein Guthaben – es gab ja keines.

Der Pool wirbt ausserdem damit, dass seine Blocks aus dem vollen Mempool gebaut werden (keine Transaktionszensur) und du die Vorlage jederzeit prüfen kannst. Für alle, die ihre Bitcoin selbst verwahren, ist das der wichtigste Unterschied – er passt zum Grundgedanken meines Leitfadens zur Verwahrung. Trotzdem ist das Vertrauensmodell nicht null; dazu mehr im Abschnitt Risiken und Grenzen.

So verbindest du deinen Miner

Der Einstieg ist bewusst einfach, es gibt nichts zu registrieren:

  1. Adresse bereitstellen. Nimm eine Empfangsadresse aus deiner eigenen Wallet, am besten von einer Hardware-Wallet. Der Pool braucht nur die Adresse. Gib niemals eine Seed-Phrase irgendwo ein.
  2. Miner konfigurieren. Host blitzpool.yourdevice.ch, Port gemäss Modus (siehe Tabelle), Benutzername DEINE_BITCOIN_ADRESSE.Workername. Der Workername ist optional und beschriftet nur das Gerät; die Adresse allein genügt. Beim Passwortfeld macht der Pool keine Vorgabe – trage zum Beispiel „x“ ein, falls dein Gerät das Feld nicht leer lässt.
  3. Dashboard öffnen. Auf der Pool-Startseite gibst du dieselbe Adresse ein und siehst deine Worker. Optional setzt du später ein Passwort (für Vermietung und Auszahlungsfunktionen) oder meldest dich per Lightning-Login an. Achtung: Das Passwort lässt sich nicht zurücksetzen – bei Verlust brauchst du eine neue Adresse.
ModusStandard-PortHigh-Difficulty (Miete)TLS (Stratum V1)
Solo333333396666
PPLNS334033496640
Group-Solo333333396666
Blockparty3339

Stratum V2 wird auf denselben Ports automatisch erkannt, einen separaten V2-Port gibt es nicht. Welcher Modus für dich gilt, entscheidet der Pool nach einer festen Reihenfolge: Nutzt du den PPLNS-Port, bist du im PPLNS-Modus. Ist deine Adresse die Admin-Adresse einer Blockparty, gilt Blockparty. Gehört sie zu einer Auszahlungsgruppe, gilt Group-Solo. In allen anderen Fällen bist du automatisch im Solo-Modus. Wichtig: Pro Adresse gilt ein Modus – der Pool empfiehlt ausdrücklich, für jeden Modus eine eigene Bitcoin-Adresse zu verwenden.

Modus 1: Solo – alles oder nichts

Solo ist der einfachste Modus und der Standard auf dem Pool. Dein Miner arbeitet gegen die volle Netzwerk-Difficulty. Findet eines deiner Shares zufällig einen gültigen Block, gibt der Pool ihn ans Netzwerk weiter, und die komplette Coinbase – 100 % von Subvention und Gebühren – geht an deine Adresse. Sonst passiert nichts: keine Teilzahlungen, kein Ledger, keine Regeln ausser denen von Bitcoin selbst.

  • Gebühr: keine. Solo ist auf Blitzpool gratis.
  • Ports: 3333 (Standard), 3339 (High-Difficulty, z.B. für gemietete Hashrate) und 6666 (TLS für Stratum V1).
  • Einstieg: Du musst nichts einstellen. Solo gilt automatisch, solange deine Adresse weder im PPLNS-Fenster noch in einer Auszahlungsgruppe steht.

Zum Vergleich: Der bekannte Solo-Pool CKPool nennt auf seiner Seite 2 % Gebühr. Bei einer Blocksubvention von 3,125 BTC wären das im Trefferfall 0,0625 BTC, also 6,25 Millionen Sats. Public Pool ist laut der Anleitung von Blitzpool gebührenfrei. Der Unterschied zu diesen Solo-Pools liegt bei Blitzpool weniger im Solo-Modus selbst als in dem, was drumherum angeboten wird: die anderen drei Modi, Job Declaration und die Hashrate-Miete.

Kommen solche Treffer wirklich vor? Ja, bei den grossen Solo-Pools gelegentlich. Die Zusammenstellung von D-Central nennt zum Beispiel einen Bitaxe Ultra mit rund 500 GH/s, der im Juli 2024 Block 853'742 fand, einen Bitaxe Gamma mit 1,2 TH/s im März 2025 (Block 889'975) und einen NerdQAxe++ im Oktober 2025 (Block 920'440, auf Public Pool). Ein Blitzpool-Treffer steht dort nicht. Für das einzelne Gerät bleibt es trotzdem ein Lotterielos – Zahlen dazu findest du im Abschnitt zu den Chancen.

Modus 2: PPLNS – der gemeinsame Topf

PPLNS steht für „Pay Per Last N Shares“. Alle Miner in diesem Modus arbeiten für denselben Pool; findet irgendjemand darin einen Block, wird der Ertrag anteilig verteilt. Grundlage ist ein gleitendes Fenster über die zuletzt eingereichten Shares. Bei Blitzpool ist es so gross wie das Vierfache der Netzwerk-Difficulty – ungefähr die Arbeit von vier Blöcken. Findet der Pool einen Block, bekommt jede Adresse im Fenster einen eigenen Output in der Coinbase, proportional zu ihrem Anteil. Das Fenster wird nie zurückgesetzt: Alte Shares altern hinten heraus, neue kommen vorne dazu.

Weil das Fenster immer die letzten N Shares betrachtet und nicht „seit dem letzten Block“, lohnt sich Pool-Hopping nicht. Wer erst kurz vor einem Block einsteigt, hat nur einen Bruchteil der Arbeit im Fenster.

  • Gebühr: 1 % des Blockertrags, abgezogen vom Miner-Anteil, bevor die Coinbase gebaut wird. Der Pool weist darauf hin, dass der Wert live vom Server gelesen wird.
  • Ports: 3340 (Standard), 3349 (High-Difficulty) und 6640 (TLS). Du bist nur im PPLNS-Modus, wenn du diesen Port ausdrücklich nutzt – unabhängig von einer Gruppenmitgliedschaft.
  • Mindestauszahlung: 5000 Sats. Kleinere Anteile bleiben als Guthaben im Ledger des Pools und werden automatisch mit einem späteren Block ausgezahlt. Begründung: Outputs unter rund 5000 Sats sind bei üblichen Gebühren kaum sinnvoll ausgebbar; das technische Minimum (Dust) liegt bei 546 Sats.
  • Zugangshürde: Der PPLNS-Port verlangt eine minimale Share-Difficulty von 500 und eine Aufwärmphase von 5 akzeptierten Shares. Ein Bitaxe oder ein Gerät ab etwa 500 GH/s schafft das in unter zwei Minuten. CPU-Miner und USB-Sticks kommen nicht hinein – deshalb kann ein NerdMiner kein PPLNS mitminen.
  • Job Declaration: Wird im PPLNS-Modus unterstützt (siehe Stratum V2).

Das signierte Ledger in Kurzform

Passt dein Anteil nicht in den Block – weil er unter 5000 Sats liegt oder die Coinbase voll ist –, bleibt er als Guthaben in einem signierten Ledger und wird in einem späteren Block ausgezahlt. Umgekehrt kann ein Miner einen Bonus erhalten, weil der Anteil eines anderen nicht mehr hineinpasste. Dann bekommt er einen passenden Schuldposten, der beim nächsten eigenen Block automatisch verrechnet wird; aus deiner Wallet fliesst dabei nichts ab. Pro Block passen ungefähr 285 (nur Taproot-Adressen) bis 400 (nur bc1q-Adressen) Miner in die Coinbase, die grössten Anteile haben Vorrang. Wer lange inaktiv ist, dessen Restguthaben wird nachts mit offenen Schuldposten verrechnet.

Für Solar- und Hobby-Miner: Nachts auszuschalten ist kein Problem. Deine Shares bleiben im Fenster, bis sie herausaltern. Wird in der Zwischenzeit ein Block gefunden, bekommst du deinen anteiligen Ertrag trotzdem.

Ehrlicher Hinweis: „Glatte Auszahlungen“ brauchen einen grossen Pool

PPLNS glättet deinen Ertrag nur, wenn der Pool regelmässig Blöcke findet. Aktuell sind im PPLNS-Modus rund 65 Miner mit zusammen etwa 309 TH/s aktiv. Das reicht rechnerisch für einen Block alle rund 52 Jahre. Die Chance, in einem Jahr überhaupt etwas zu bekommen, ist mit rund 2 % zwar für einen Bitaxe etwa 250-mal höher als beim Solo-Mining – dafür ist der Betrag entsprechend kleiner. Den Erwartungswert ändert das nicht. Der Vorteil des Modus wirkt erst, wenn der Pool deutlich wächst.

Modus 3: Group-Solo – gemeinsam würfeln

Eine Auszahlungsgruppe ist ein kleines Team, das wie eine einzige Solo-Einheit gegen das Netzwerk arbeitet. Findet die Gruppe einen Block, wird die Coinbase proportional zur Arbeit jedes Mitglieds aufgeteilt – abzüglich der Poolgebühr. Klassisch musste die Gruppe dafür einem Admin oder einer Multisig-Wallet vertrauen, die den Ertrag von Hand verteilt. Bei Blitzpool gibt es zwar weiterhin einen Gruppen-Admin, aber nur für die Organisation: Er lädt Mitglieder ein und verwaltet die Gruppe. Die Auszahlung erledigt das Protokoll, jedes Mitglied bekommt seinen Output direkt in der Coinbase.

  • Gebühr: 1,5 % des Blockertrags.
  • Ports: dieselben wie Solo (3333, 3339, 6666). Die Zuordnung läuft über die Adresse: Verbindet sich ein Miner mit einer Adresse, die zur Gruppe gehört, arbeitet er automatisch für die Gruppe.
  • Mindestgrösse: Eine Gruppe wird erst aktiv, wenn sie mindestens zwei aktive Mitglieder hat. Nach oben begrenzt die Coinbase den Platz: Beim Standardbudget sind es etwa 50 Mitglieder.

Zwei Rechenarten: Runde oder gleitendes Zeitfenster

Beim Erstellen wählst du einmalig und unveränderlich, wie die Anteile gezählt werden:

  • Runde (PROP): Die Shares sammeln sich in einer Runde und werden anteilig ausgezahlt. Die Runde kann bei jedem gefundenen Block zurückgesetzt werden oder nach Zeitplan: täglich, wöchentlich (jeweils Sonntag um Mitternacht), monatlich oder alle 1 bis 365 Tage.
  • Gleitendes Zeitfenster: Es zählen immer die Shares der letzten N Tage, ohne Reset – wie PPLNS, nur zeitbasiert statt nach Difficulty.

Zusätzlich lässt sich ein Finder-Bonus festlegen: ein Anteil des Miner-Topfs, den das Mitglied, das den Block findet, vorab bekommt. Der Rest wird normal aufgeteilt. Angegeben wird er in ppm; 10'000 ppm entsprechen 1 %.

Mitglieder aufnehmen – ohne stille Zwangsmitgliedschaft

Es gibt drei Wege: direkt per Bitcoin-Adresse, über einen offenen Einladungslink (zeitlich begrenzt, von einer Stunde bis 30 Tage) oder als öffentliche Gruppe, die im Verzeichnis aufgelistet ist und Beitrittsanfragen bekommt, die der Admin prüft. Damit kein Admin fremde Adressen heimlich in seine Gruppe zieht, muss jedes Mitglied beweisen, dass ihm die Adresse gehört: per E-Mail-Bestätigung oder mit einer signierten Nachricht seiner Wallet. Den Admin-Zugang gibt es als einmaligen Token, es gibt keine Passwörter und keine Konten. Inaktive Mitglieder kann der Admin erst nach 14 Tagen Inaktivität entfernen.

Daneben gibt es statistische Gruppen: Sie bündeln nur mehrere eigene Adressen in einer Dashboard-Ansicht und ändern nichts daran, wer bei einem Block ausgezahlt wird. Im öffentlichen Verzeichnis standen am 20. September 2026 drei Gruppen mit 6, 7 und 14 Mitgliedern.

Was sich ändert und was nicht: Eine Gruppe teilt die Streuung, nicht den Erwartungswert. Sechs Mitglieder mit je 3 TH/s finden zusammen sechsmal so oft einen Block wie ein Einzelner – bekommen aber jeweils nur ein Sechstel davon.

Modus 4: Blockparty – Miete teilen, Block teilen

Die Blockparty ist der jüngste Modus. Der Pool beschreibt sie als „non-custodial Alternative zu Multisig-Hashrate-Mieten“: Eine Gruppe von Bitcoin-Adressen teilt sich die Kosten einer gemieteten Hashrate, und jeder gefundene Block wird nach festen Prozentsätzen aufgeteilt, denen alle vorab zugestimmt haben. Die Miner arbeiten für eine Admin-Adresse; findet einer einen Block, enthält die Coinbase einen Output pro Mitglied. Anders als bei Group-Solo sind die Anteile nicht proportional zur Arbeit, sondern fest vereinbart.

  • Gebühr: 1,5 % des Blockertrags.
  • Port: nur 3339 (High-Difficulty, Start-Difficulty 1 Million). Er nimmt Stratum V1 und V2 auf demselben Socket entgegen und ist auch für externe Vermietungsdienste gedacht.

So läuft eine Blockparty ab

  1. Erstellen: Der Admin legt im Dashboard eine Blockparty an und lädt Mitglieder per Bitcoin-Adresse ein. Jedes Mitglied muss die Adresse zuerst per E-Mail oder Signatur bestätigen. Alternativ gibt es einen Beitrittslink mit selbst gewähltem Ablaufdatum, oder Interessierte bewerben sich und der Admin gibt sie frei.
  2. Anteile festlegen: Die Anteile werden in Basispunkten angegeben und müssen zusammen 100 % ergeben. Ein Rechner im Dashboard leitet sie aus den eingezahlten Beträgen (in Sats) ab.
  3. Bestätigen: Jedes Mitglied bestätigt seinen Anteil mit einem eigenen Member-Token. Ändert der Admin einen Prozentsatz, verfallen alle Bestätigungen und alle müssen neu bestätigen. Der Admin kann also nicht allein Anteile verschieben.
  4. Aktivieren: Sind alle einverstanden, geht die Party live. Ab dann sind die Anteile für die Laufzeit eingefroren. Auflösen lässt sich die Blockparty nur mit einer Sperrfrist von 7 Tagen, damit ein Admin nicht mitten in einer laufenden Miete abbrechen kann.
  5. Hashrate besorgen: Im Admin-Dashboard gibt es ein Schnellformular für eine Braiins-Miete (Budget und Dauer wählen, bestellen, die gemietete Hashrate landet automatisch bei der Party). Externe Anbieter wie Mining Rig Rentals oder NiceHash funktionieren auch: Du richtest sie auf die Admin-Adresse und Port 3339.

Der Nutzen liegt vor allem im Wegfall der alten Handarbeit: Kein gemeinsames Multisig-Wallet, keine Signaturrunden bei jeder Auszahlung, keine Excel-Liste. Die On-Chain-Historie ist gleichzeitig der Nachweis.

Hashrate mieten per Lightning

Unabhängig vom Modus bietet Blitzpool an, Hashrate zu mieten und direkt auf deine Adresse zu richten – ohne eigene Hardware. Bezahlt wird mit einer einzigen Lightning-Rechnung über BTCPay; es gibt kein Konto, keine Identitätsprüfung und kein vorheriges Aufladen eines Guthabens. Wird weniger geliefert als bezahlt, gibt es Rückerstattungen per Lightning. Die gemietete Hashrate folgt deinem Modus: Bist du im Solo-Modus, minen die Rigs auf deine Solo-Adresse und du behältst 100 % eines gefundenen Blocks. In Group-Solo zählt sie für deine Gruppe, im PPLNS-Modus wird sie deinen PPLNS-Shares zugeschlagen.

Drei Quellen sind integriert:

  • Braiins Hashpower: Ein Bieter-Markt für grosse Hashrate, ab 1 PH/s. Ein Autobidder folgt dem Orderbuch und setzt dein Gebot auf den günstigsten stabilen Marktpreis. Zahlst du weniger als erwartet, verlängert sich die Laufzeit, sodass du immer den vollen bezahlten Betrag bekommst.
  • Mining Rig Rentals (MRR): Einzelne Rigs zu festen Preisen der Besitzer, geeignet für kleinere Mieten unter 1 PH/s, Laufzeiten ab 3, 6, 12 oder 24 Stunden. Liefert ein Rig im Schnitt 7,5 % oder mehr unter der beworbenen Hashrate, wird ein Lightning-Refund frei.
  • Blitzpool Marketplace: Ein eigener Peer-to-Peer-Marktplatz, auf dem unabhängige Miner ihre Rigs vermieten. Die Zahlung geht über Nostr Wallet Connect direkt an den Verkäufer, nicht über den Pool; abgerechnet wird nach tatsächlich gelieferten Shares. Der Pool bezeichnet den Marktplatz selbst als Beta – Vermietungen können pausieren oder Fehler zeigen. In der Beta ist er nach Angabe des Pools gebührenfrei.

Meine Einschätzung: Kostenlos ist das Mieten nicht. Beim Braiins-Preis ist laut Pool ein Pool-Aufschlag eingerechnet, bei MRR kommt eine kleine Servicegebühr dazu (die Höhe zeigt der Bestellprozess). Weil Marktplatz, Pool und Verkäufer mitverdienen, liegt der Erwartungswert einer Miete in der Regel unter dem, was du dafür bezahlst. Betrachte es als Spass-Einsatz, nicht als Investition.

Stratum V2 und Job Declaration

Stratum V1 ist das alte, unverschlüsselte Textprotokoll zwischen Miner und Pool. Stratum V2 ersetzt es durch ein binäres, verschlüsseltes Protokoll. Bei Blitzpool bringt das:

  • Verschlüsselung per Noise-Protokoll, ohne separaten TLS-Port;
  • weniger Bandbreite und tiefere Latenz durch kompaktes binäres Format;
  • Job Declaration (JD): Du baust deine eigenen Block-Vorlagen und entscheidest damit selbst, welche Transaktionen in den Block kommen. Das stärkt die Zensurresistenz. JD ist auf Blitzpool im PPLNS- und im Group-Solo-Modus verfügbar (Endpunkt Port 3335). Du brauchst dafür einen Job Declarator Client, entweder als Umbrel-App (SV2-UI) oder als Standalone-Programm aus den Stratum-Referenzanwendungen.

Der Pool erkennt V1 und V2 automatisch am ersten Byte auf demselben Port. Damit du sicher bist, dass du mit dem richtigen Pool sprichst, nennt die Startseite einen Pool Authority Public Key (9bCoFxTszKCuffyywH5uS5o6WcU4vsjTH2axxc7wE86y2HhvULU) – gleiche ihn vor der Nutzung mit der Startseite ab.

Welche Geräte können V2? Bitaxe ab ESP-Miner v2.14.0 (Release vom 4. Juni 2026), NerdQAxe Plus ab v1.0.37, Braiins OS sowie weitere ASICs über den SRI Translation Proxy. Laut den Release-Notizen auf GitHub stammt die SV2-Unterstützung sowohl in der Bitaxe- als auch in der NerdQAxe-Firmware vom selben Entwickler wie der Pool. Das erklärt, warum das Zusammenspiel so reibungslos läuft. Stratum V2 allein ist übrigens kein Alleinstellungsmerkmal: Auch CKPool Solo nennt auf seiner Seite V2-Ports (3336 und 4336).

Die vier Modi im Vergleich

ModusGebührAuszahlung anFenster / ResetPasst für
Solo 0 % Der Finder bekommt 100 % von Subvention und Gebühren Kein Fenster: ein Treffer, voller Ertrag Geduldige Lotteriespieler, Einzelgeräte
PPLNS 1 % Alle Miner im Fenster, proportional zu ihren Shares Gleitendes Fenster (4× Netzwerk-Difficulty), kein Reset Gleichmässigere Auszahlungen ohne Verwahrung, ab ca. 500 GH/s
Group-Solo 1,5 % Alle Gruppenmitglieder, proportional zur Arbeit PROP-Runde (Reset bei Block oder nach Zeitplan) oder gleitendes Zeitfenster Freundeskreis, Meetup, Familie
Blockparty 1,5 % Jedes Mitglied bekommt einen fest vereinbarten Prozentsatz Kein Fenster: feste Anteile pro Block Gemeinsam gemietete Hashrate

Stand der Gebühren: 20. September 2026, jeweils laut den Modus-Seiten des Pools. Auf der Spendenseite des Pools steht noch ein allgemeiner Hinweis auf „0 % Gebühren“. Ich halte mich an die Modus-Seiten, weil dort steht, dass der Wert live vom Server geholt wird.

Die ehrliche Rechnung: Wie gross sind deine Chancen?

Wichtig vorab: Kein Pool der Welt verbessert deine Chance, einen Block zu finden. Sie hängt nur von deiner Hashrate und der Netzwerk-Difficulty ab. Das erklärt auch Blitzpool selbst auf seinen Lehrseiten: Ob ein Solo-Pool 100 EH/s oder nur 0,01 EH/s hat, spielt für dich keine Rolle. Ebenso wenig zählt die Anzahl der Geräte oder der Shares, sondern nur die Summe der Hashrate. Und eine lange Durststrecke macht einen Treffer nicht wahrscheinlicher.

Hier die Rechnung mit den Netzwerkdaten vom 20. September 2026 (844,7 EH/s, 144 Blöcke pro Tag, Blocksubvention 3,125 BTC):

Wer / wasHashrateØ Wartezeit bis zum ersten BlockErwartungswert pro Tag
Bitaxe GAMMA v6011,2 TH/sca. 13'400 Jahreca. 64 Sats
NerdQAxe++4,8 TH/sca. 3'350 Jahreca. 256 Sats
Avalon Q90 TH/sca. 180 Jahreca. 4'800 Sats
Grösste öffentliche Gruppe (14 Mitglieder)ca. 29 TH/sca. 550 Jahreca. 1'570 Sats (Gruppe)
Alle PPLNS-Miner zusammen (65 Miner)ca. 309 TH/sca. 52 Jahreca. 16'500 Sats (Topf)
Der ganze Blitzpoolca. 1,6–1,9 PH/sca. 9–10 Jahreca. 85'000–99'000 Sats (Pool)

Der Erwartungswert ist der langfristige Durchschnitt allein aus der Blocksubvention, vor Poolgebühr und ohne Transaktionsgebühren. Im Solo-Modus fliesst er nie als gleichmässiger Strom – entweder trifft es dich einmal voll oder gar nicht. Basis: Netzwerk-Hashrate und Gerätedaten der öffentlichen Pool-API, eigene Berechnung.

Was daraus folgt:

  • Mit einem Bitaxe liegt deine Chance pro Jahr bei etwa 0,0075 %. Das ist kein Grund, es nicht zu tun, aber ein Grund, es nicht als Einkommen zu planen.
  • Der Pool selbst hat noch keinen Block gefunden – und das ist normal. Er würde im Schnitt nur alle 9 bis 10 Jahre einen finden. Die Wahrscheinlichkeit, dass er ein ganzes Jahr ohne Block bleibt, liegt bei rund 90 %. Die Anzeige „0 Blöcke“ sagt also nichts über die Qualität des Pools.
  • Bei PPLNS gilt die Grösse des Pools – und die ist klein (siehe oben).
  • Das Halving kommt: Bei Blockhöhe 1'050'000 halbiert sich die Subvention auf 1,5625 BTC, nach heutigem Stand voraussichtlich im April 2028. Damit halbiert sich auch der Erwartungswert in der Tabelle.

Ob sich ein Gerät wegen der Stromkosten trotzdem lohnt – etwa mit Solarüberschuss oder als Heizung –, rechnet dir mein Solar-Mining Rechner mit dem aktuellen Kurs aus. Wie er das im Detail macht, steht in diesem Artikel.

Welcher Modus passt zu dir?

  • Du hast einen Bitaxe oder NerdQAxe und willst einfach würfeln? Nimm Solo. Es ist gratis, du musst nichts einstellen, und ein Treffer geht komplett an dich.
  • Ihr seid ein Freundeskreis, ein Meetup oder eine Familie? Group-Solo macht das gemeinsame Würfeln greifbar. Überlegt euch vorab, ob ihr eine Runde mit wöchentlichem Reset, ein gleitendes Zeitfenster oder einen Finder-Bonus wollt – der Modus lässt sich später nicht mehr ändern.
  • Du willst Anteile statt Alles-oder-nichts und hast mindestens etwa 500 GH/s? PPLNS passt, sofern du die aktuelle Poolgrösse einkalkulierst. Aktuell entscheidest du dich eher für die Idee als für spürbar glattere Erträge.
  • Ihr wollt gemeinsam Hashrate mieten und den Ertrag fair teilen? Dafür ist Blockparty gebaut – am besten mit einem Spielgeld-Budget.
  • Dir ist Zensurresistenz wichtig? Dann schau dir Stratum V2 mit Job Declaration an. Es funktioniert im PPLNS- und im Group-Solo-Modus.

Meine Einschätzung: Wenn du Spass willst und nicht rechnest, ist Solo die ehrlichste Wahl. Für Erträge, die diesen Namen verdienen, brauchst du um Grössenordnungen mehr Hashrate, als ein Heimgerät liefert.

Risiken und Grenzen – transparent gesagt

  • Kleiner, junger Pool. Rund 800 Geräte, ein Rust-Neubau seit Juni 2026, Version 2.3.5 – Kinderkrankheiten sind möglich. Hinter dem Pool steht ein kleines Team. Fällt der Pool aus, arbeitet dein Miner ins Leere, bis du wechselst. Trage einen Fallback-Pool ein, falls dein Gerät das unterstützt.
  • Vertrauen ist nicht null. Du musst dem Betreiber zutrauen, dass er die Block-Vorlage wie beschrieben baut und einen gefundenen Block auch weiterleitet. Verlierst du dabei Guthaben? Nein, denn es gibt keines. Aber die Chance selbst hängt von seiner Sorgfalt ab. Job Declaration reduziert dieses Vertrauen, weil du die Vorlage selbst baust.
  • PPLNS-Guthaben sind Buchhaltung. Solange dein Anteil unter der Mindestauszahlung liegt, steht er nur im Ledger des Pools und nicht auf der Blockchain. Kleine Beträge, aber ein Rest an Vertrauen.
  • Gebühren können sich ändern. Die Werte kommen live vom Server; die Betreiber können sie anpassen.
  • Der Marktplatz ist Beta. Das sagt der Pool selbst. Gemietete Hashrate kostet zudem Aufschläge.
  • Steuern. Die Anleitung des Pools weist darauf hin, dass manche Kantone das Betreiben von Mining-Hardware als selbständige Erwerbstätigkeit einstufen – Einnahmen wären dann Einkommen, direkt zusammenhängende Kosten abziehbar. Ich mache keine Steuerberatung; frage dein Steueramt oder eine Fachperson.

Praktische Tipps für den Start

  • Eigene Adresse, eine pro Modus. Verwende eine frische Empfangsadresse deiner Wallet. Wenn du mehrere Modi nutzt, nimm für jeden eine eigene Adresse.
  • Erst V1, dann V2. Teste die Verbindung mit Stratum V1. Erst danach stellst du auf V2 um (Firmware aktualisieren) und prüfst den Pool Authority Public Key.
  • Benachrichtigungen einrichten. Der Telegram-Bot @blitzpool_status_bot meldet Hashrate-Änderungen, den Gerätestatus und neue Best-Difficulty-Werte. Für Ausfälle gibt es einen ntfy-Kanal des Pools.
  • Best Difficulty ist keine Gewinnchance. Ein hoher Best-Diff-Wert zeigt nur, dass ein Share zufällig schwer war. Er hat keinen Einfluss auf einen Blockfund.
  • Solarbetrieb. Im PPLNS-Modus stört nächtliches Abschalten nicht. Im Solo-Modus gibt es kein Fenster, das du verlieren könntest – jeder Hash zählt einzeln.

Noch kein Gerät? Für den Einstieg eignen sich kleine Open-Source-Miner wie der Bitaxe GAMMA (rund 1,2 TH/s bei etwa 17 W) oder der NerdQAxe++ (rund 4,8 TH/s bei etwa 80 W). Beide gibt es zum Beispiel bei Dezentralshop: Bitaxe GAMMA · NerdQAxe++. Mit dem Solar-Mining Rechner siehst du vorher, was sie bei deinem Strompreis und Solarüberschuss bringen.

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Fazit

Blitzpool ist ein spannendes Projekt für alle, die Mining mit Selbstverwahrung verbinden wollen: Die Auszahlung landet direkt im Block, es gibt kein Guthaben beim Pool, und mit Solo, PPLNS, Group-Solo und Blockparty hast du vier Wege, mit einem Treffer umzugehen. Stratum V2 mit Job Declaration und die Miete per Lightning machen den Pool zusätzlich zu einem Spielplatz für alle, die tiefer einsteigen wollen.

Gleichzeitig bleibt die Mathematik unbestechlich. Mit Heimgeräten ist jeder Modus ein Lotterielos, und auch der ganze Pool findet nur alle paar Jahre einen Block. Wer das weiss und mit Freude dabei ist – am besten mit Solarüberschuss oder Abwärme-Nutzung im Rücken –, wird viel Spass haben. Wer damit rechnet, ein Einkommen zu erzielen, wird enttäuscht. Rechne vorher nach, setze nur Strom und Geld ein, das du entbehren kannst, und behalte deine Schlüssel selbst.

Fragen zum Einstieg ins Mining?

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Weiterführend:
Bitcoin-Mining mit Solarstrom – die Grundlagen
Solar-Mining Rechner – dein Ertrag in Franken
Mining-Kalkulator (ohne PV, reine Ertragsrechnung)
Bitcoin sicher verwahren – der Leitfaden

Quellen (Stand 20. September 2026):
Blitzpool – Startseite und Modus-Seiten (Modi, Gebühren, Ports)
Blitzpool – Hashrate mieten und Marktplatz
Blitzpool – Stratum V2
Öffentliche Pool-API (Gerätemix, Hashrate, Netzwerkdaten)
GitHub: Blitzpool Server (Rust) und archivierte Node.js-Version
GitHub: Public Pool
GitHub: Bitaxe ESP-Miner Releases (SV2-Unterstützung)
Solo CKPool (Gebühr, V2-Ports)
D-Central: Bitaxe Block Wins Tracker