Solar-Mining Rechner erklärt: Wie viel Bitcoin steckt in deinem PV-Überschuss?

30. August 2026  |  Patrick Schelbert  |  Lesezeit 8m

Balkonkraftwerk in der Schweiz – Ausgangspunkt für Solar-Bitcoin-Mining

Wer eine Photovoltaik-Anlage besitzt, kennt das Problem: Mittags, wenn die Sonne am stärksten scheint, produziert die Anlage oft mehr Strom, als im Haushalt gerade gebraucht wird. Dieser Überschuss wird meist zu einem Bruchteil des Bezugspreises ins Netz eingespeist. Eine naheliegende Alternative ist, den überschüssigen Strom direkt vor Ort zu nutzen – zum Beispiel für einen Bitcoin-Miner. Damit sich das nicht auf Bauchgefühl stützt, habe ich den Solar-Mining Rechner entwickelt: ein kostenloses Tool, das aus den Eckdaten deiner PV-Anlage konkret berechnet, wie viel Bitcoin realistisch dabei herausspringt – in Franken, nicht nur in Satoshis.

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Adresse eingeben, Anlagengrösse und Miner-Hardware auswählen – der Rechner holt sich die Solardaten automatisch und zeigt dir den Ertrag in CHF.
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Warum PV-Überschuss und Bitcoin-Mining zusammenpassen

In der Schweiz liegt die Rückliefervergütung für Solarstrom je nach Netzbetreiber oft deutlich unter dem, was man selbst für Bezugsstrom zahlt. Wirtschaftlich sinnvoll ist es daher, möglichst viel Strom selbst zu verbrauchen, statt ihn für wenige Rappen einzuspeisen. Ein Bitcoin-Miner ist dafür in mehrfacher Hinsicht praktisch: Er lässt sich beliebig ein- und ausschalten, braucht keine Mindestlaufzeit wie eine Waschmaschine und wandelt jede eingespeiste Kilowattstunde direkt in eine belegbare Grösse um – Sats. Ob sich das für deine Anlage lohnt, hängt aber stark von Anlagengrösse, Eigenverbrauch, Strompreisen und der gewählten Miner-Hardware ab. Genau diese Rechnung automatisiert das Tool.

Was der Rechner im Hintergrund tatsächlich berechnet

Der Solar-Mining Rechner ist kein einfacher Dreisatz aus "Anlagengrösse mal Sonnenstunden". Er bildet den tatsächlichen Energiefluss eines Jahres möglichst realistisch ab:

  • Standortbasierte PV-Erträge (PVGIS): Statt pauschaler Schweizer Durchschnittswerte fragt der Rechner die Solareinstrahlung für deinen genauen Standort bei PVGIS ab (dem Solar-Ertragsmodell der EU-Kommission). Du gibst Adresse oder Gemeinde ein, das Tool sucht die Koordinaten über den Bundes-Geodienst und holt dazu passende Ertragsdaten – inklusive Unterstützung für mehrere PV-Strings mit unterschiedlicher Ausrichtung (z.B. Ost/West-Dach), sofern sich deren Anteile zu 100% summieren.
  • Sommer/Winter-Split: Die Solarproduktion wird nicht als Jahresmittel verrechnet, sondern getrennt nach Sommer- und Winterhalbjahr – inklusive manueller Korrekturmöglichkeit, falls du z.B. durch Verschattung im Winter abweichende Werte kennst.
  • Batteriespeicher: Ist ein Heimspeicher vorhanden, rechnet das Tool mit Lade-/Entladeverlusten (Rundtrip-Wirkungsgrad), statt Batteriestrom fälschlich als verlustfrei zu behandeln.
  • Hybrid-Betrieb (Solar + Netz): Willst du den Miner auch ausserhalb der Solarstunden laufen lassen, bezieht der Rechner die entsprechenden Netzstrom-Stunden mit ein – inklusive Hoch- und Niedertarif-Logik – und stellt Brutto-Ertrag und Netto-Gewinn (nach Stromkosten) getrennt dar. Wichtig zu wissen: Das Modell verrechnet im Hybrid-Fall die volle Netzstunde auch dann, wenn parallel bereits etwas Solarstrom verfügbar wäre – eine bewusste, konservative Vereinfachung, keine Rechenpanne.
  • Solo- vs. Pool-Mining: Beim Pool-Mining bekommst du einen stetigen, planbaren Anteil am Blockreward. Beim Solo-Mining hängt der Ertrag von der Wahrscheinlichkeit ab, tatsächlich einen Block zu finden – der Rechner bildet das über eine Poisson-Verteilung ab und zeigt dir damit ein realistisches Bild der Streuung statt nur eines Durchschnittswerts.
  • Live-Marktdaten: Bitcoin-Kurs, Netzwerk-Hashrate und (wo verfügbar) aktueller Einspeisetarif werden live abgerufen, nicht aus veralteten Tabellen entnommen. Jeden dieser Werte kannst du bei Bedarf manuell überschreiben, ohne dass ein späterer Live-Abruf deine Eingabe wieder überschreibt.
  • Halving-Berücksichtigung: Die 10-Jahres-Projektion rechnet nicht mit einem konstanten Blockreward, sondern berücksichtigt die programmierten Halvings – der Ertrag in Jahr 8 der Projektion ist damit nicht einfach eine Verlängerung von Jahr 1.
  • Wärmebonus: Nutzt du die Abwärme des Miners z.B. zum Heizen, kannst du das einrechnen lassen – ohne dass diese Wärme an anderer Stelle im Modell doppelt gezählt wird.
  • Transaktionsgebühren: Ein einstellbarer TX-Fee-Prozentsatz erhöht den effektiven Blockreward realistisch, statt nur mit der reinen Subvention zu rechnen.
  • Sensitivitäts-Matrix: Damit du nicht nur eine einzelne Zahl bekommst, zeigt eine Matrix, wie sich der Ertrag bei unterschiedlichen BTC-Kurs- und Difficulty-Annahmen verändert.

Die zweite Hälfte der Rechnung: Lohnt sich die PV-Anlage selbst?

Neben dem reinen Mining-Ertrag beantwortet der Rechner eine zweite, oft unterschätzte Frage: Wie schnell amortisiert sich die Photovoltaik-Anlage, wenn ein Teil des Ertrags aus Mining statt aus Einspeisung kommt? Als Anhaltspunkt: Bei einer 10-kWp-Anlage kommt das Tool je nach Annahmen auf eine Amortisationszeit von rund 16 Jahren – die exakte Zahl hängt naturgemäss von Investitionskosten, Strompreisen, Bitcoin-Kurs und Difficulty-Entwicklung ab und ist als Orientierungsgrösse zu verstehen, nicht als Garantie.

Ergebnisse mitnehmen, teilen und exportieren

Ein berechnetes Szenario lässt sich als PNG oder PDF exportieren – praktisch, wenn du die Zahlen für dich archivieren oder z.B. in einem Beratungsgespräch mit mir besprechen möchtest. Alternativ erzeugt das Tool einen Teilen-Link, der deine Eingaben direkt in der URL kodiert, statt sie auf einem Server zu speichern: Öffnest du den Link, wird das Szenario automatisch nachgerechnet und angezeigt. Eine dauerhafte Speicherung im Browser (localStorage) ist rein optional und muss aktiv bestätigt werden.

Für wen sich der Rechner eignet

Drei Zielgruppen profitieren besonders:

  • PV-Besitzer, die ihren Eigenverbrauch erhöhen und die Einspeisevergütung nicht länger stillschweigend akzeptieren wollen.
  • Angehende Miner, die vor der Anschaffung von Hardware (z.B. Bitaxe, Antminer oder Avalon-Geräte) prüfen wollen, ob sich der Betrieb an ihrem Standort überhaupt rechnet.
  • Bauherren und Planer, die bei der Auslegung einer neuen PV-Anlage direkt mit einplanen möchten, ob und wie stark Mining den Eigenverbrauchsanteil erhöht.

Grenzen des Modells – transparent gesagt

Der Rechner liefert eine fundierte Schätzung, keine Anlageberatung und keine Garantie. Bitcoin-Kurs und Netzwerk-Difficulty entwickeln sich unabhängig vom Modell, und einzelne Annahmen (z.B. die konservative Netzstunden-Verrechnung im Hybrid-Betrieb) sind bewusst vorsichtig gewählt. Das Tool wird laufend anhand der Live-Schnittstellen und der zugrundeliegenden Berechnungslogik überprüft und verbessert – zuletzt im Rahmen eines vollständigen Audits Ende August 2026, bei dem unter anderem die Solo-Mining-Mathematik, die Batterie-Verlustrechnung und die PV-Amortisation gegengerechnet und bestätigt wurden.

Unsicher, ob sich Solar-Mining für dich lohnt?

Ich unterstütze dich dabei, Anlagengrösse, Hardware-Wahl und Betriebsmodus konkret auf deine Situation zuzuschneiden – unverbindlich und ohne Anlageberatung im regulatorischen Sinn.
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Fazit

Solar-Mining ist kein Weg, garantiert reich zu werden – aber für viele PV-Besitzer eine sinnvolle Möglichkeit, ungenutzten Überschussstrom in etwas Werthaltigeres zu verwandeln als eine tiefe Einspeisevergütung. Der Solar-Mining Rechner nimmt dir dabei die komplexe Rechenarbeit ab und macht sichtbar, ob und wie stark sich das konkret für deine Anlage lohnt – mit echten Standortdaten statt Pauschalwerten.


Weiterführend:
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